Dienstag, 15. September 2009

Raus aus Babylon, endlich in Romania

Buona Seara,

wo soll ich anfangen? Rumanien ist wirklich ein tolles Land, aber das wusste ich ja bereits. Ich hab die letzten Tage wahrscheinlich hunderte von Blogbeitraegen entworfen, aber jetzt faellt mir keiner ein. Die ersten Tage wollte ich noch was ueber Serbien und Afghanistan schreiben, aber das mach ich ein anderes Mal. Ich hab beim letzten Internetbesuch den Fehler gemacht bei der Tagesschau vorbeizusurfen, wo alle ganz ueberrascht waren, dass dort Leute ums Leben kommen. Nur weil Frauen und Kinder schlecht als Verdaechtige durchgehen, so ne Aufregung. Hallo, da ist Krieg. Ich hoer unseres Aussenminister gewordesnes kleineres Uebel fast bis hier schreien: <Wollt ihr den totalen Friedenseinsatz?> Naja, hab mich ziemlich darueber aufgeregt, vor allem war es praesent, weil Belgrad hier um die Ecke liegt, ihr wisst schon, da wo unser grosser Erzfeind wohnt, den wir im 20. Jahrhundert dreimal kraeftig eingeheizt haben.
Aber das ist bei euch bestimmt alles schon wieder Schnee von gestern, jetzt gehts wieder um Opel und U-Bahnschlaeger.

Naja, ich hab die letzten Tage viel interessantes erlebt, aber ich fuerchte das runterzuschreiben waere langweilig. Also nur ein paar komprimierte Infos.
Der Norden Rumaeniens ist erstaunlich trocken, kaum war ich ueber die Grenze von Ungarn wurd es 10 Grad waermer. Zusammen mit dem Mais und den vielen spanischen Woertern, wird man den Eindruck in Mexiko zu sein nicht ganz los. Auch sonst ist manches seltsam hier, die Frauen tragen ab nem bestimmten Alter Kopftuecher, obwohls Christen sind, die Arbeitslosigkeit ist gigantisch hoch, aber Essen und Wohnen kostet meist nix, weil die meisten ihr eigenes Haus haben und ihre Nahrung selbst anbauen.

Mein Handy ist uebrigens gleich weg gewesen als ich in Rumaenien ankam. Ich wurde von Zigeunern ausgeraubt, von Baeren verpruegelt und dann fielen die Kanibalen ueber mich her... Nein, ich habs zum Aufladen eingesteckt und dann vergessen. Abends als es mir dann eingefallen ist, hatte ich auch keine Lust mehr nochmal die 50 Kilometer zurueck zufahren, war eh nicht mehr viel Geld drauf, das Handy selbst hat 5 Euro gekostet und man muss auch mal verzichten koennen.

Dann gings die alte Route 66 lang bis zum Para-Teng Gebirge. Bei Petrosani (Heiliger Petrus) besuchte ich den Bauern Galatan und seine Familie, die wir (Knotter und ich) vor drei Jahren kennengelernt haben. Ich platzte natuerlich voll in ein Familienfest und wurde mit Huehnchen und Pflaumenschnaps abgefuellt.
Dannach gings dann weiter zur Cabana Russo, wo ich mein Vehikel dann stehen lassen musste. Ich bin ueberascht, wie weit mich die Maschina getragen hat, aber irgendwann wurde die Steigung zu krass. Da ich ohnehin 200 Meter weiter jemanden fragen wollte, ob ich die Kleine irgendwo unterstellen koennte, fragte ich grad die Leute dort, wo mein Moped die Weiterfahrt verweigerte. Es stellte sich als idealer Stellplatz heraus. Weiter gings dann per Anhalter, natuerlich wurde ich vom ersten Auto mitgenommen, es gehoert einer huebschen jungen Rumaenin, bei der ich grad diesen Blog schreibe.
Zu Fuss gings dann gestern weiter zum Lake Mija, ein Gletchersee, den wir vor drei Jahren vergeblich besuchen wollten. Diesmal bekam ich ihn zu sehn, auch wenn ich mich beim Aufstieg mehrmals verfluchte. Mittlerweile bin ich schon nach ein paar Metern voellig am Ende, nix mehr gewoehnt, aber schliesslich kam ich doch an. Die letzte Nacht verbrachte ich draussen mit viel Wind und Feuer. Ueber mir zogen im Zeitraffer die Wolken vorbei und ich nutzte diesen fantastischen Ort um mal tief in mich zu gehen, mir Fragen ueber Sinn und Ziel meines Lebens zu stellen, usw. Ihr kennt das. Auf jedenfall ein lohnenswerter Trip, der Ausflug zum Mija.
So jetzt gehts weiter, ich werd wohl als naechtes Richtung Siebenbuergen fahren.
Rumaenien ist echt faszinierend, ich weiss gar nicht ob ich noch weiter weg fahren will. So long, ich geniesse hier meine Freiheit, vergesst ihr eure nicht ;-)

Kommentare:

  1. Hey Buhli,

    schön, da kommen Erinnerungen hoch. Hoffe, das Wetter war schöner als damals. Weiterhin gute Fahrt und laß uns nicht so lange auf den nächsten Beitrag warten.

    bunä diemieneatza
    knotter

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  2. Hej,
    hab deinen link im Schwalbennest gefunden und wünsche dir unbekannterweise alles erdenklich Gute für dein Weiterkommen. Schön deine Berichte zu lesen. Weiter so :)

    Schöne Grüße aus Kiel, Lasse

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  3. Bin ebenfalls Schwalbennestler und ganz fasziniert von deiner Tour und den Ideen, die dahinter stehen.
    Nächstes Jahr fahr ich mitm Bulli gen Osten. Jetzt endgültig.
    Wünsche dir viel Freude, Freiheit und Sitzfleisch! Hau rein!

    Castaneda

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  4. Hier Buhli, bass blos uff mit dem Wodka!

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  5. 30! wünsche dir alles alles nur erdenklich gute zu deinem 30. geburtstag.. ich hoffe es geht dir gut und du verbringst einen wunderschönen tag.. es ist soo schade dass ich nicht mobil und derzeit auch so abgebrannt bin, sonst wäre ich zu dir gefahren..du fehlst mir, aber der gedanke daran, dass du eine hammerzeit gerade erlebst, macht mich sehr glücklich bruderherz..und ich kanns noch immer nicht fassen wie weit du schon gekommen bist...bin ja sooo stolz! mach dir einen schönen geburtstag..in gedanken bin ich bei dir, nicht nur heute ;-) lass krachen!

    liebe dich.. deine schwester inga

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  6. Wieso sacht einem denn keiner Bescheid?!?! ;-) Der Bub hatte Geburtstag!! Und auch noch 30.sten!

    *Alles Guuuuuddde zum Geburtstag, alles Guuude wünsch ich Dir, alles guuuuuuude zum Geburtstag, alles Guuuuuude, wünsch ich DIr. Der Papa hat gesagt...*

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  7. @andre: hey andre.. sebi hat heute! am 20. hier stimmen ja weder zeit noch datum auf der seite.. also keine sorge :-)

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  8. Ja Buhli,

    alles guuude auch von mir :-)

    Grüße
    Jan

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  9. na, dann war ich ja sogar zu früh, noch schlimmer! ;-)

    ALso nochmal, alles Gude, Buhli!

    Grüsse
    André

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  10. lieber buhli,

    alles gute zum geburtstag von tanja und mir. viel spaß weiterhin und gib mal wieder ein lebenszeichen!

    holger

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